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Pflegeverständnis der Spitex Reiden und Umgebung
1. Grundsätze
1.1 Unser Menschenbild Wir verstehen den Menschen als eine einmalige, unteilbare Einheit von Körper, Geist und Seele. Er ist fähig, sich selbst und seine Umgebung wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Der Mensch lernt ein Leben lang. Als Mensch ist er immer auch Mitmensch, entwickelt sich durch Beziehung zum anderen Menschen und seiner Umwelt, übernimmt Verantwortung für sich, seine Mitmenschen und seine Umwelt. Er und seine Welt um ihn verändern sich stets. Der Mensch hat grundlegende Rechte. Besonders wichtig erscheint uns das Recht eines jeden Menschen auf Freiheit und das Recht auf Respektierung seiner menschlichen Würde. Der Mensch trägt alle Ressourcen in sich. Es gilt diese wahrzunehmen, zu erhalten und zu entwickeln.
1.2. Unsere Auffassung von Gesundheit und Krankheit Gesundheit: Gesundheit ist der Gleichgewichtszustand zwischen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefinden.
Krankheit: Zwischen gesund und krank besteht keine sichere Grenze. Krankheit ist eine Disharmonie in physischen und psychischen Strukturen oder sozialen Beziehungen. Krankheit lässt den Menschen Grenzen spüren, Abhängigkeiten erleben, zwingt ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Lebenssituation.
1.3 Unsere Ziele in Gesundheits- und Krankenpflege Wir verstehen uns als Institution die Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Betagten die Pflege, Betreuung und Therapie in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht. In Zusammenarbeit mit Angehörigen, Ärzten und anderen interdisziplinären Stellen versuchen wir die bestmöglichste Lösung für die Pflegeempfänger/Innen zu finden. Wir helfen mit, Eintritte in Institutionen zu verzögern oder zu verhindern, sowie Aufenthalte in Spitälern zu verkürzen. Unser Beratungsangebot richtet sich an die Gesamtbevölkerung und dient vor allem der Krankheitsprävention- und Bewältigung und in der Versorgung mit Krankenmobilien und Hilfsmitteln durch deren Verkauf und Vermietung.
1.4 Ethische Prinzipien
1.4.1 Autonomie: Respekt vor Selbstbestimmung Das heißt für uns:
- Klienten/innen unabhängig vom psychischen oder physischen Zustand zu respektieren und achten
- Ausreichend informieren über Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten und die vorhersehbare Krankheitsentwicklung
- Der Klient kann seine Neigungen, Gefühle, Wertvorstellungen äußern und kann sich an der Pflege beteiligen oder diese ablehnen.
1.4.2 Gutes tun: in der Bemühung Wohlbefinden, Sicherheit und Lebensqualität zu fördern Das heißt für uns:
- Herstellen einer Kommunikation und Beziehung basierend auf Aufrichtigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Wahrhaftigkeit
- Die Klienten/Innen /Bezugspersonen/ Partner auf klare oder auf die jeweilige Situation angepasste Weise über direkte und indirekte Folgen der Krankheit sowie die verfügbaren Behandlungs- und Pflegemethoden informieren
- Pflegeplanungen mit Klienten/Innen und Angehörigen absprechen
- Die Pflege durch fachlich kompetente Personen durchführen lassen
- Keine physischen und psychischen freiheitsbeschränkende Maßnahmen durchzuführen, außer es bestehe eine klar definierte sicherheitsorientierte Notwendigkeit; in diesem Fall muss diese ständig neu überprüft werden.
- Berücksichtigen der Erkenntnisse der Pflegeforschung
- Durch Fallbesprechungen das Wissen erweitern (mind. 4x järlich)
1.4.3 Nicht schaden: in der Vermeidung von potentiellem Schaden Das heißt für uns:
- Eine angepasste Pflege und Behandlung durchführen
- Für eine sichere Umgebung sorgen
- Auf potentielle Gefahren achten
- Risiken abschätzen und Einschreiten wenn die Gefahr erkannt wird.
- Für die eigene Sicherheit sorgen
1.4.4 Gerechtigkeit: In der Suche nach einer gerechten Verteilung von Nutzen, Lasten und Aufwand Das heißt für uns:
- Eingehen auf Wünsche der Klienten/Innen im Rahmen dessen, was Pflegende oder die Spitex vernünftigerweise leisten können
- Klarstellen, welche gegenseitige Verantwortlichkeiten zwischen Pflegenden und Pflegeempfängern bestehen
- Mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen wirtschaftlich und gerecht umgehen und die Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden einhalten.
Quellenangaben:
- Ethik in der Pflegepraxis SBK/ASI Bern
- Pflegeleitbild Spitex Reiden und Umgebung 1. Version 1998
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